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König der letzten Tage

S01E02: Teil 2

Veröffentlicht am TBA |

Engele ist längst der Faszination Bockelsons erlegen. Sie wird als Geliebte des Königs von Divara geduldet, die in dem Mädchen kaum eine Konkurrenz sieht, sondern eine Festigung ihrer Position. Sebastian Kien will die Stadt verlassen. Aus seiner Fürsorge für Engele war Zuneigung entstanden, aus der Zuneigung Liebe. Doch die Sorge um Engele lässt Sebastian in der Stadt bleiben; vielleicht aber auch der Wunsch, dass sie doch noch zu ihm findet. Bockelson gibt sich seinen Verzückungen hin. Er steht unter dem Diktat „göttlicher Eingebungen“. Als Clarissa, die Tochter des Bürgermeisters Knipperdolling und Münsters „letzte Katholikin“, in einem Brunnenschacht aufgegriffen wird, befiehlt Bockelson dem Vater, der gegen seinen Willen zum Henker ernannt worden war, die Tochter eigenhändig zu enthaupten. Bockelsons Einfall, die widerspenstige Katholikin tiefer zu demütigen als nur durch den Tod, rettet Clarissa das Leben. Der König von Münster macht die Tochter des Bürgermeisters zu seiner Hetäre und lässt tags darauf die Vielweiberei und die freie Liebe als Glaubensprinzip der Wiedertäufer öffentlich verkünden. Münster feiert das neue Gesetz mit einer Orgie. Die Belagerung Münsters durch die Truppen des Fürstbischofs dauert nun schon über ein Jahr. In der Stadt herrschen Hunger und Krankheit. Divara erkennt die Gefahr und bestimmt das Gesetz des Handelns. Dem Hohen Rat der Stadt verspricht sie „Rettung und Heil“ in drei Tagen. Als Faustpfand bietet sie an, dass „der König verbrennen wird, wenn die Prophezeiung nicht in Erfüllung geht.“ In panischer Angst sucht Bockelson Rat und seelischen Beistand bei seinem Freund Sebastian, den er ins Gefängnis geworfen hat. Wieder ist es ein Einfall Sebastian Kiens, der es Bockelson ermöglicht, sich aus der Affäre zu ziehen. Im Doppelsinn des Wortes „verbrennen“ erkennt er die Chance. In einer Zeremonie, die von dem Prädikanten Rottmann zu einem Weihefest gemacht wird, verbrennt Bockelson das Schriftgut seiner Glaubensfeinde und als Höhepunkt die letzte Katholikin von Münster, die ihrem Glauben nicht abschwören will. Der Jubel ist grenzenlos. Fürstbischof Graf Waldeck unternimmt einen letzten Versuch. Er will den Feind, der Münster durch das Wort erobert hat, durch das Wort besiegen. In einem prachtvollen liturgischen Schauspiel tritt er dem „König der letzten Tage“ von Angesicht zu Angesicht mit dem Bibelzitat vom verlorenen Sohn gegenüber. Bockelson, der seine Anhänger schon niederknien sieht vor dem Katholikenkreuz, verhindert die Kapitulation der Wiedertäufer in letzter Sekunde. Waldeck befiehlt den Angriff. In einer Nacht des Jahres 1535 ertrinkt Münster in Regen und Blut. Als die Sonne aufgeht, ist die Stadt in den Händen des Fürstbischofs. Waldeck trifft einen Feind, der keine Demut zeigt. Bockelson gibt sich auch als Gefangener hochmütig und voller Verachtung. Kein Wort des Bedauerns, kein Wort der Reue. Bockelson fühlt Gott auf seiner Seite – im Kampf gegen eine korrupte Obrigkeit. Graf Waldeck und seine Gefolgsleute bereiten das Fest der Strafe vor. Es soll eine Hinrichtung werden, die für Generationen im Gedächtnis bleibt. Divara wird daran nicht mehr teilnehmen. Sie entzieht sich dem Angebot des Fürstbischofs, als seine Mätresse weiterzuleben, durch Selbstmord. Bockelson wird verhört und gefoltert, acht Mal, vergeblich. Er ist unbeugsam, auch unter Schmerzen. Seine Inquisitoren beeindruckt er mit Zitaten aus den Werken von Thomas von Aquin und mit Zoten aus der Zeit, als er noch Hurenwirt in den „Drei Heringen“ in Leyden war. Eingesperrt in drei Käfige werden Bockelson, Bürgermeister Knipperdolling und Kanzler Krechting der neugierigen Menge gegen Bezahlung dargeboten. So kommt es auch zur letzten stummen Begegnung und Berührung mit Engele, die Gott um einen Gnadentod für Bockelson bittet. Bei der nächtlichen Henkersmahlzeit im Käfig, zu der Bockelson seinen „Freund“ Sebastian gebeten hat, äußert er seinen allerletzten Wunsch: In den Käfigen, die mit den Leichen der Hingerichteten an der Lambertkirche hochgezogen werden sollen, will erhöher hängen als Knipperdolling und Krechting.
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S01 E02 Deutsch VOE
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Charaktere & Synchronsprecher

König der letzten Tage

König der letzten Tage

19931993 • FSK 12

Münster im Jahr 1534. Sebastian Kien (Otto Kugla) ist ein Vagant und Possenreißer, der mit List das Leben von Engele Kerkerinck (Deborah Kaufmann), einer jungen Frau, rettet, die zum Tode durch Erhängen verurteilt wurde. Da ihre gesamte Familie zuvor erhängt worden ist, bleibt sie zunächst bei Sebastian, der ihr neuen Mut zum Leben schenkt. Engele will jedoch nach Münster, wo Jan van Leyden (Christoph Waltz) predigt, ein ehemaliger Bordellwirt und Weggefährte Sebastians. Er ist zu einem Anführer der Täuferbewegung geworden, die viele Anhänger sowohl unter der katholischen als auch protestantischen Bevölkerung insbesondere unter den Frauen gefunden hat. Es entsteht ein Machtkampf zwischen Kirche, Adel und Bürgern, der in einer langen Belagerung der Stadt Münster durch den fürstbischöflichen Landesherren Franz von Waldeck (Mario Adorf) endet.

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