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Tatort

S45E32: Côte d’Azur (Episode 960)

Veröffentlicht am February 28, 2016 |

„Ich bin tot. Schilf am Ende vom Winterer Steig. Kümmern Sie sich um mein Baby. Bitte schnell.“, so lautet die nächtliche SMS, die die Polizei an das Konstanzer Rheinufer führt. Versandt wurde sie vermutlich von Vanessa Kochs Mörder. Die Leiche Vanessas wird schnell gefunden – Kai Perlmann überwacht schon seit Stunden hochkonzentriert die Spurensicherung, als Klara Blum im Morgengrauen des eisigen Dezembertags zu ihm stößt. Sie erkennt, was Perlmann übersehen hat: den Hinweis auf das halbjährige Baby der Ermordeten, das abseits im Schilf zurückgelassen wurde. Es gelingt, den unterkühlten Säugling zu finden und schnellstmöglich in ein Krankenhaus einliefern zu lassen. Ihren Kollegen tadelt Blum scharf wegen seiner Nachlässigkeit; die Ärzte sind sich nicht sicher, ob der kleine Alex die Nachwirkungen einer Winternacht im Freien überleben wird. Bei der Untersuchung des Hintergrundes der Ermordeten tauchen Ungereimtheiten auf: Vanessa Koch trug teure neue Kleider und wertvollen Schmuck, war aber gleichzeitig Hartz-IV-Empfängerin und trank regelmäßig gemeinsam mit einer Gruppe von Obdachlosen. Blum und Perlmann finden heraus, dass die Nicht-Sesshaften in einer heruntergekommenen Baracke, die den ironischen Namen „Côte d’Azur“ trägt, Unterschlupf gefunden haben. Am Rande der Gesellschaft schlägt sich die Gruppe durch, so gut es eben geht – auch wenn das heißt, dass das Geld für den abendlichen Tetrapack-Wein im Weihnachtsmannkostüm mit einer klingelnden Spendenbüchse „für Orang-Utans“ eingesammelt werden muss. Hier begegnen die Ermittler neben Franzi, Urs, Lucky und Bill auch dem ehemaligen Kommissar Hagen Bötzow, der wegen Gewaltdelikten vom Dienst suspendiert wurde und seitdem in den Alkoholismus abgerutscht ist. Die Bewohner der „Côte d’Azur“ kannten Vanessa gut, doch scheinen sie alle eher am Wohlergehen des Babys als an der Aufklärung des Mordes interessiert zu sein. Die Spur eines teuren Rings, der bereits vor Vanessas Tod in Franzis Obhut übergegangen war, führt die Kommissare zum reichen Exzentriker Jürgen Evers, bekannt als „Hitmaschine von Konstanz“. Evers scheint die Ermordete nicht zu kennen, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass Vanessa ein Jahr zuvor auf seiner Geburtstagsfeier anwesend war. Kai Perlmann hat indes mit Schuldgefühlen zu kämpfen, weil er sich für den Krankenhausaufenthalt des kleinen Alex verantwortlich fühlt. Das Verhältnis zwischen ihm und Klara Blum ist angespannter denn je und es kommt zu hitzigen Wortgefechten. Während Perlmann lange Stunden am Krankenbett des Babys ausharrt, versucht Blum das Vertrauen der drogensüchtigen Franzi zu gewinnen, die in engerem Kontakt zu Vanessa und ihrem Sohn gestanden haben muss als sie anfangs zugeben möchte. Sowohl Perlmann als auch Blum bekommen langsam einen Einblick in das Beziehungsgeflecht der Gruppe um das „Côte d’Azur“. Zwischen den Obdachlosen hat sich einerseits eine tiefe Loyalität herausgebildet und sie versuchen, sich gegenseitig zu unterstützen, so gut es ihre prekären Mittel und ihre Alkohol- und Drogensucht zulassen. Andererseits erpresst Hagen von Bötzow den ehemaligen Handwerker Urs regelmäßig um das wenige Geld, das ihm zur Verfügung steht und Franzi versteckt Spuren einer heftigen Gewalteinwirkung unter ihrer Winterjacke. Die Kommissare vermuten: Die Antwort auf die Frage nach dem Vater des Babys könnte einen Hinweis darauf geben, wer Vanessas Mörder ist – und gleichzeitig zeigen, welche Perspektiven sich für die Zukunft des kleinen Alex bieten, sollte er eines Tages lebend aus dem Krankenhaus entlassen werden können.



„Tatort – Côte d’Azur“ ist die sechste gemeinsame Arbeit von Wolfgang Stauch und Ed Herzog. Sie erzählen von Menschen am Rande der Gesellschaft, die versuchen, ihr Leben so würdig wie möglich zu gestalten und sich gegenseitig loyal zu unterstützen, auch wenn sie immer wieder durch Armut, Alkohol und Drogen ins Straucheln kommen. Kai Perlmann muss erkennen, dass auch er fehlbar ist, und Klara Blum steht vor der Herausforderung, auch dann noch Empathie zu zeigen, wenn ihr Kollege durch eine Nachlässigkeit das Leben eines Babys riskiert.
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Charaktere & Synchronsprecher

Tatort

Tatort

1970NA • FSK 16

Der Sonntagabend ist für Millionen von deutschen Fernsehzuschauern seit Jahrzehnten für die Krimireihe „Tatort“ reserviert, bei der Ermittler in verschiedenen deutschen Städten Mordfälle lösen. Seit 1970 haben Dutzende Polizeibeamte in allen Teilen Deutschlands, aber auch in Österreich und der Schweiz, Fälle gelöst, die oft auch sozialkritische Themen ansprachen.

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